Be Gay Do Crime Bedeutung: Solidarität und ziviler Ungehorsam

Be Gay Do Crime Bedeutung: Solidarität und ziviler Ungehorsam

„Be gay, do crime“ taucht überall auf - provokant, politisch, missverstanden. Was meint der Spruch wirklich, woher kommt er, und was heißt das für Pride und Praxis? Und vor allem: Wie bleibt Widerstand sichtbar, ohne sich glattbügeln zu lassen?

Nonbinary Bedeutung: Sprache, Dokumente, Alltag - ernst nehmen Reading Be Gay Do Crime Bedeutung: Solidarität und ziviler Ungehorsam 3 minutes

Vielleicht hast du es schon auf Stickern, Bannern oder als Graffiti gesehen: „Be gay, do crime.“ Kurz, frech, und sofort ein Streitpunkt. Worum geht's - und was heißt das für unsere Praxis?

Bedeutung

Der Slogan ist kein Aufruf, wahllos Gesetze zu brechen. Er ist eine Kampfansage an Systeme, die queeres Leben historisch und bis heute kriminalisieren - und ein Reminder: Ziviler Ungehorsam war immer Teil queerer Befreiung. Er steht anti-assimilationistisch gegen Pinkwashing und sagt: Wir passen uns nicht glatt, nur damit Kapital und Staat uns vertragen. In seinem Ton verwandt mit „ACAB“ oder „Stonewall was a Riot“. Kurz gesagt: Nicht brav lächeln, sondern sichtbar widersprechen.

Herkunft & Kontext

2018 wurde der Spruch durch ein Meme der Künstlerin Io Ascarium (ABO Comix) auf Twitter groß. Ascarium ordnet ihn einem queer-anarchistischen Sprachgebrauch zu - ohne klaren Ursprung, eher ein kollektives Echo. Google Trends zeigt Interesse mindestens seit 2011. Der Bezugspunkt ist breiter: eine Tradition des Widerstands gegen Autorität und Kapitalismus, gespeist aus Erfahrungen der Kriminalisierung von Homosexualität und der Erinnerung an Stonewall 1969 - ein Aufstand gegen Repression, kein Folklore-Event.

In anarchistischen Zusammenhängen taucht das Motiv u. a. in der Publikation „Be Gay Do Crime“ der Mary Nardini Gang auf, verbunden mit Geschichten von Illegalität und Ausschluss - als Kritik an einem System, das Normabweichung bestraft und Profit schützt. All das ist gut dokumentiert, u. a. bei Wikipedia: Queer anarchism.

Einsatzbeispiele

Der Satz lebt dort, wo du ihn sehen sollst: auf der Straße, im Netz, im Alltag.

  • auf Demos und Pride-Paraden - als Banner, Chant, Patch 📣
  • als Sticker und Graffiti im öffentlichen Raum
  • in Zines, Memes und Kunstprojekten

Heißt konkret: Der Spruch markiert Raum, widerspricht Normdruck und signalisiert Solidarität mit Menschen, die als „abweichend“ überwacht, schikaniert oder kriminalisiert werden.

Queer-/Community-Kontext

„Be gay, do crime“ ist anti-assimilationistische Selbstbehauptung. Queere Leben wurden (und werden) in vielen Ländern strafbar gemacht - oft reicht Sichtbarkeit, um als „Problem“ zu gelten. Der Spruch dreht das Stigma um: Wenn unser bloßes Dasein zum „Vergehen“ erklärt wird, dann steht unser Widerstand für Leben, nicht für Chaos. Er kritisiert die Kommerzialisierung von Pride, die Repression ausblendet, und erinnert daran, dass „legal“ und „gerecht“ nicht dasselbe sind. Die Grenze zwischen „erlaubt“ und „verboten“ ist politisch - und sie trifft besonders Trans, BIPoC, Sexarbeiterinnen und andere, die mehrfach marginalisiert werden.

Wichtig: Niemand braucht Straftaten, um politisch zu sein. Der Slogan benennt Spannung - zwischen Anpassung, die uns unsichtbar macht, und Widerstand, der Risiken benennt. Er fordert Solidarität mit denen, die Ziel von Polizei, Behörden und Ausschlüssen sind. Und er hält die Geschichte wach: Stonewall war ein Riot, nicht ein Sponsoring-Event 🌈.

Was du tun kannst

  • Kontext erklären: Wenn Leute den Spruch wörtlich nehmen, sprich über Kriminalisierung, Stonewall und zivilen Ungehorsam.
  • Räume schaffen: Banner, Zines, Kunst - Sichtbarkeit ohne Erklärbär-Modus.
  • Solidarität organisieren: Begleitung auf Demos, Awareness, Rechtsschutz kennen, Betroffene unterstützen.
  • Kommerzialisierung widersprechen: Kein Pinkwashing ohne Politik. Inhalte aufs Line-up, nicht nur Logos.
  • Grenzen respektieren: Sicherheitsbedürfnisse in der Community ernst nehmen, Risiken klar benennen. 👉 Mut ja, Romantisierung nein.

Fazit

„Be gay, do crime“ ist eine klingende Abkürzung für ein politisches Versprechen: Wir lassen uns nicht wegsozialisieren. Nicht alles, was legal ist, ist richtig - und nicht alles, was widerständig ist, ist „kriminell“. Der Spruch hält die Tür offen für Ungehorsam, Kritik und Solidarität - genau da, wo Befreiung beginnt.

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