Abolish the Police: Sicherheit ohne Polizei neu denken

Abolish the Police: Sicherheit ohne Polizei neu denken

Abolish the Police - radikal oder realistisch? Wir zeigen, warum der Ruf nach anderer Sicherheit aus Erfahrung spricht und was das mit Pride, Misstrauen und Care zu tun hat. Wie sieht Schutz ohne Polizei aus - und was heißt das für uns als queere Community?

Vielleicht hast du „Abolish the Police“ schon auf Demos oder in deiner Timeline gesehen. Klingt radikal? Es geht um nichts weniger als Sicherheit ohne Polizei - durch Umverteilung von Macht und Ressourcen. Vom tiefgreifenden Umbau bis zur Auflösung der Polizei.

Bedeutung

„Abolish the Police“ ist eine politische Forderung: Polizei abschaffen oder radikal umstrukturieren - und Sicherheit anders organisieren. Oft geht das über Defund the Police: Gelder aus Polizeibudgets abziehen und in soziale Infrastruktur stecken (divest & invest), als Schritt Richtung Abolition. Mehr zur Debatte u.a. bei Defund the Police. 👉 Kurz gesagt: weniger Repression, mehr Versorgung.

Herkunft & Kontext

Die Idee steht in der Tradition abolitionistischer Kämpfe. Bereits in den 1930ern analysierte W. E. B. Du Bois die Rolle von Polizei und Gefängnissen („Abolition-Democracy“). In den 1960ern machten Aktivist*innen wie Angela Davis die Kritik an diesen Institutionen breit. 2020 rückte der Slogan durch Black Lives Matter nach dem Mord an George Floyd ins globale Bewusstsein - und „Defund“ wurde massenhaft diskutiert (u.a. dokumentiert bei Defund the Police).

Politisch bricht Abolition mit der Idee, dass Sicherheit primär über das staatliche Gewaltmonopol gesichert wird. Kritikerinnen warnen vor Unsicherheit. Befürworterinnen benennen strukturellen Rassismus und staatliche Repression - und setzen auf Lösungen, die Schäden verhindern, statt sie zu bestrafen.

Wie kann Sicherheit anders aussehen?

Heißt konkret: investieren, wo Schutz wirklich entsteht.

  • Soziale Arbeit statt Streifenwagen bei Alltagskonflikten.
  • Gesundheitsversorgung und Krisenhilfe bei psychischen Ausnahmesituationen.
  • Wohnraum statt Räumungen und Verdrängung.
  • Konfliktmediation, transformative/restorative Prozesse statt Straflogik.

Kurz: Divest & invest - raus aus Kontrolle, rein in Care-Strukturen.

Queer-/Community-Kontext

Für queere Communities ist das nicht Theorie, sondern Erfahrung. 1969 löste eine Polizeirazzia im Stonewall Inn mehrtägige Aufstände aus - getragen u.a. von trans Frauen und Drag Queens. Viele CSDs erinnern bis heute daran: Pride ist Widerstand gegen Polizeigewalt (u.a. dokumentiert von der bpb). 🌈

Und heute? Studien und Berichte zeigen: Viele LGBTQIA*-Personen misstrauen der Polizei - wegen Racial Profiling, transfeindlicher Behandlung und mangelnder Sensibilität bei Hassgewalt. In den USA berichten queere Menschen überdurchschnittlich häufig von Schikane und Gewalt durch Polizei; Schutz wird seltener erlebt (u.a. ACLU). Besonders gefährdet: mehrfach marginalisierte Menschen - Schwarze und andere rassifizierte queere Personen, trans Menschen, Sexarbeiter*innen, Menschen ohne sicheren Aufenthaltsstatus.

Daraus folgt in Teilen der Community die Forderung „No Cops at Pride“: keine Polizei als Sponsorin oder Teilnehmende - stattdessen Community-basierte Schutz- und Support-Strukturen (z.B. Awareness, Deeskalation, Peer-Support), u.a. diskutiert beim Urban Institute. 📣

Fazit

Abolition heißt nicht Chaos, sondern: Sicherheit neu denken. Nicht mit mehr Waffen, sondern mit Wohnung, Gesundheit, Care und Konfliktlösung. Wer wirklich Sicherheit will, investiert in Menschen - besonders in jene, die der Staat oft am härtesten trifft. 👉 Stell dir vor, wir bauen das, was uns schützt - und nicht das, wovor wir uns fürchten.

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